Natur(a) wissen

Lebensräume

Nachdem der Schnee geschmolzen ist, beginnen im Frühjahr überall die bunten Blumenwiesen zu sprießen. Früher pflückten Sie hier bestimmt öfter ein Sträußchen für die Mutter, kosteten vom Sauerampfer oder jagten Schmetterlingen hinterher. Sicherlich gibt es auch heute noch bei Ihnen um die Ecke ein grünes Fleckchen Erde, wo Glockenblume, Margerite und Sauerampfer ungestört gedeihen. Ungestört? Moment! Wussten Sie, dass man ausgewählte Flächen nach der FFH-Richtlinie auch als Lebensraumtyp 6510 „Flachland-Mähwiesen“ bezeichnet? Warum? Weil diese Flächen, auf denen Gräser und Kräuter ungestört wachsen können immer seltener werden. Umnutzung, Vernachlässigung oder eine Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung führen zusehends dazu, dass dieses artenreiche Grünland immer mehr verschwindet. Somit gehen nicht nur jahrhundertealte Kulturpflanzen verloren, sondern auch Nahrungsgrundlage und Lebensraum zahlreicher Vögel und Insekten.

Die Tiere und Pflanzen Europas finden in den abwechslungsreichen Landschaften der eizelnen Länder ganz unterschiedliche Lebensräume vor. Es gibt beispielsweise trockene Dünen, kleine und große Gewässer, feuchte Moore, schroffe Felsen, dunkle Wälder oder bunte Wiesen. Diese werden entsprechend ihrer Eigenschaften noch einmal unterteilt. Die dabei aus europäischer Sicht schützenswerten Lebensräume sind im Anhang I der FFH-Richtlinie genannt und werden somit durch das EU-weite Schutzgebietsnetz Natura 2000 gesichert. In Sachsen gibt es insgesamt 47 dieser natürlichen oder naturnahen Lebensraumtypen (LRT), 21 davon sind für das Projektgebiet der Netzstellle NATURA 2000 kennzeichnend.

Weitere Informationen: Lebensraumtypen nach FFH-Richtlinie in Sachsen

K800 LRT 6510
LRT 6510 Flachland-Mähwiese